Barrierefrei Duschen

Zuhause wohnen und leben – das ist der Wunsch vieler Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Doch so manche alltäglichen Handlungen können schnell zu einer Herausforderung oder gar zu einer Barriere werden. Das beginnt beim Zugang zur Wohnung, betrifft Küche, Schlafzimmer und nicht zuletzt das Badezimmer. Insbesondere in diesem Raum möchte man selbstständig ohne Hilfe anderer zurechtkommen, denn das Bad steht für Intimität und persönliche Hygiene. Bereits kleine Maßnahmen erleichtern heutzutage die barrierefreie Nutzung des Badezimmers. Ein zentrales Element dabei ist die bodengleiche und barrierefreie Dusche.

Vorteile der bodengleichen Dusche

Die ebenerdige Dusche zählt zu den wichtigsten Aspekten des barrierefreien Badezimmers. Der stufenlose Übergang zwischen Duschbereich und Badezimmerboden ermöglicht Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen den mühelosen Zugang in die Dusche. Anders als bei herkömmlichen Duschwannen ragt hier kein Rand empor, der sich als Stolperfalle oder Hürde zeigt. So fällt der Schritt in das kühle Nass Personen mit nachlassendem Sehvermögen ebenso leicht wie Menschen mit Einschränkungen ihres Bewegungsapparates. Auch mit dem Rollstuhl oder dem Rollator gelangt man ohne Komplikationen in den Duschbereich und erlebt ein sicheres und eigenständiges Duschvergnügen. Bodengleiche Duschwannen und Boards sind allerdings nicht nur etwas für Personen mit Handicap; körperlich gesunde Personen erfreuen sich ebenso über den bodengleichen Zugang: Denn er steht für Komfort der höchsten Güte. Händler wie www.calmwaters.de haben eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen im Sortiment, die jedem Geschmack gerecht werden.

Heißt bodengleich barrierefrei?

Während alle barrierefreien Duschen bodengleich sein müssen, entsprechen aber im Umkehrschluss nicht alle bodengleichen Duschen den hohen Definitionen der Barrierefreiheit. Diese sind in der DIN 18040-2 zum barrierefreien Bad geregelt und beschränken zum Beispiel die maximale Tiefe der Duschwanne auf 2 cm. Der Terminus „bodengleich“ bezieht sich auf die Möglichkeit, die Wanne ebenerdig zu montieren – die Tiefe an sich kann den Wert von 2 cm überschreiten. Viele bodengleich eingebaute Brausewannen sind auch 2,5 cm tief und eignen sich damit nur bedingt für die Nutzung mit Rollstuhl und Rollator. Ebenso verlangt die Eigenschaft des bodengleichen Einbaus keine Angaben über die Größenverhältnisse der Duschwanne. Wenn die Dusche als barrierefrei gelten soll, betragen die Abmessungen der Länge und Breite jeweils mindestens 1,20 m. Um die Dusche darüber hinaus auch rollstuhlgerecht zu gestalten, werden Duschwannen mit den Mindestmaßen von 1,50 m in Breite sowie Länge gefordert. So ermöglicht es die Duschwanne einer rollstuhlsitzenden Personen, sich zu drehen und zu wenden, zurück zu rollen und mehr Bewegungsspielraum zu genießen. Dasselbe gilt für den Platz vor der Dusche: In rollstuhlgerechten Badezimmern steht den Personen eine Fläche von mindestens 1,50 x 1,50 m zur Verfügung; in barrierefreien Räumen reicht eine Bewegungsfläche von 1,20 m zum Quadrat aus.

Definitionen der barrierefreien Duschwanne im Detail

Bedingungen Barrierefrei Rollstuhlgerecht
Mindestumfang 1,20 x 1,20 m 1,50 x 1,50 m
Maximale Tiefe 2 cm 2 cm
Bewegungsfläche vor der Dusche 1,20 x 1,20 m

1,50 x 1,50 m

Duschwanne oder Duschboard?

Bei der Gestaltung des Duschbereichs stehen zwei zentrale Möglichkeiten zur Verfügung: die superflache, bodengleiche Duschwanne sowie das einzubauende Duschboard. Für die Duschwanne spricht die Verwendung eines der typischen Sanitärmaterialen wie Stahlemaille, Acryl oder Mineralguss. Alle sind rutschfest, pflegeleicht und schmeicheln dem Badezimmer durch den strahlend weißen Glanz. Bei dem Duschbaord handelt es sich um ein Element aus einer wasserdichten Hartschaumplatte, die direkt verfliest werden kann. So entstehen fließende Übergänge zwischen Badezimmerboden und Duschboden – und man selbst kann die Optik bestimmen. Wichtig dabei ist, auf rutschfeste Fliesen zu achten.

So wird die Duschkabine barrierefrei!

Neben einem geeigneten Duschboden kommt es bei der barrierefreien Dusche auf die richtige Duschkabine an. Ein offener Duschbereich, eine moderne Duschtür oder der bunte Vorhang? Jeder hat seine ganz persönliche Vorliebe, doch falsch umgesetzt kann man mit der Duschabtrennung einiges falsch machen. Wer auf die nachfolgenden Tipps achtet, kreiert in allen drei Fällen eine barrierefreie Duschkabine.

Variante 1: Duschkabine mit Tür

Eine schöne Lösung ist die Duschabtrennung aus Glas- oder Kunststoffscheiben. Das transparente Material schmeichelt nicht nur der Optik des Raumes, auch hinsichtlich der Barrierefreiheit kann die Duschkabine punkten. Wichtig dafür ist:

  • Die Duschtür ist mindestens 80 cm breit; für ein rollstuhlgerechtes Badezimmer beträgt die Breite mindestens 90 cm.
  • Die Öffnung der Tür geht nach außen, so blockiert im Falle eines Sturzes der liegende Körper nicht die Tür. Eine Alternative zeigt sich in der Schiebetür.
  • In die Duschkabine lässt sich mühelos eine Pendeltür einbauen, die auf halber Höhe zu öffnen ist. So kann sich zum Beispiel eine pflegende Person über die halbhohe Abtrennung beugen und beim Duschen unterstützen – ohne nass zu werden.
  • Vorsicht: Die Abtrennung muss in jedem Fall bruchsicher sein.

Variante 2:  Duschvorhang

Die zweite Möglichkeit stellt den beliebten Duschvorhang dar: Hieran finden kreative Geister Gefallen, da die Stoffe bunte Muster und maritime Design ermöglichen. Auch im schlichten Weiß oder mit entzückenden Pünktchen zaubert der Duschvorhang Charakter in das Badezimmer. Hinsichtlich der Barrierefreiheit lässt sich der Duschvorhang problemlos integrieren. Interessierte achten darauf, dass der Vorhang 10 cm vor dem inneren Duschrand montiert wird und dass sich der Vorhang leicht schieben lässt.

Tipp: Am besten montiert man den Duschvorhang an einer Winkelstange mit halboffenen Duschringen für ein uneingeschränktes Gleiten ohne Stoppbewegungen.

Variante 3: Offene Duschzone

Immer beliebter werden die sogenannten Walk In Duschen, die ganz ohne Duschtür oder Vorhang auskommen. Oft ist die Dusche an zwei oder gar drei Seiten von Wänden eingerahmt, der Einstieg zum Duschbereich bleibt aber immer offen. Personen die auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind, können ohne Komplikationen den Duschbereich betreten; keine Tür, kein Vorhang hindert daran. Wie bei der Duschtür ist auch hier wichtig, dass der Eingang zum Duschbereich mindestens 80 cm beziehungsweise in rollstuhlgerechten Bädern 90 cm breit ist. Da die barrierefreie Nutzung ohnehin eine Mindestbreite von 1,20 m vorschreibt, sollte dies kein Problem darstellen.

Hinweise für die Duscharmatur

Was wäre eine Dusche ohne den Hebel für das Wasser? Um Personen mit körperlichen Einschränkungen die Regulierung der Wassertemperatur sowie -menge zu erleichtern, greift man zu sogenannten Einhandmischern. Während die eine Hand vielleicht fest an der Duschstange für den sicheren Stand sorgt, stellt die zweite das Wasser wie gewünscht ein – ganz aus dem Unterarm heraus. Diese Bewegung ist deutlich einfacher durchzuführen als das Wasser anhand zwei Kreuzgriffen in Drehbewegung einzustellen. Und auch Personen mit nur einem Arm können mittels einer Einhebel-Mischbatterie mühelos ein Duschvergnügen erleben.

Damit Verbrühungen erst gar nicht entstehen, empfehlen Experten den Einsatz eines Temperaturbegrenzers. Bei vielen neuen Modellen gehört das Feature bereits zur Grundausstattung; es sorgt dafür, dass eine vorab definierte Temperatur erst gar nicht erreicht wird.

Tipp: Die ideale Höhe für die Duscharmatur bestimmt jeder selbst, denn die Bedienung gestaltet sich leicht, wenn der Hebel etwa auf Bauchhöhe montiert ist. Bei rollstuhlsitzenden Personen sollte eine Höhe von 85 cm nicht überschritten werden.

Nützliche Hilfsmittel

Der barrierefreie Komfort in der Dusche kann durch eine Vielzahl an kleinen Helferlein ausgeschmückt werden. Als besonders hilfreich zeigen sich diese Hilfsmittel:

Hilfsmittel Nutzen Mehrwert
Duschsitz Ermöglicht eine Sitzpause während des Duschens Feste Montage an der Duschwand; lässt sich herunter klappen, daher platzsparend
Duschstuhl Sitzgelegenheit beim Duschen Kann flexibel positioniert werden – auch außerhalb der Dusche; mit Rücken- und Armlehnen möglich
Stütz- und Haltegriffe Bieten Sicherheit Griffige Oberfläche ermöglicht den festen Halt

 

Mit diesen Hilfestellungen wird der neue Duschbereich mit Sicherheit zu einem barrierefreien Hingucker. Bei der Wahl der verschiedenen Elemente sollte immer einerseits auf Funktionalität und andererseits auf die persönlichen Bedingungen geachtet werden. Nur wenn die Dusche optimal auf einen selbst zugeschnitten ist, erfährt man den erstklassigen Komfort der barrierefreien Dusche.